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Endlich wieder Reisen

Nach den knapp zwei Monaten in Richmond/Motueka hatte ich schon fast vergessen warum ich eigentlich in Neuseeland war. Das Einkaufen im Supermarkt um die Ecke, das Fahren zur Bibliothek um ins Internet zu gehen und das Campen jeden Abend neben der Scheune kam mir fast schon wie normaler Alltag vor. Bis wir am 12.02.2012 wieder aufbrachen um den Abel Tasman Nationalpark zu erkunden. Dort wurde mir wieder bewusst, wie einzigartig die Landschaft Neuseelands ist und weshalb ich eigentlich auf Reisen bin (Nicht um abends im Auto Filme auf meinem Netbook zu schauen ;) ).

Abel Tasman Torrent Bay

Der Abel Tasman Nationalpark

Um 09:00 Uhr morgens ließen wir uns von Marahau mit einem Wassertaxi zur Bark Bay fahren. Von dort aus wanderten wir ca. acht Stunden an der mit Buchten bestückten Küste des Nationalparks zu unseren geparkten Autos zurück. Der Weg führte durch das dicht bewaldete Hinterland, an der Steilküste entlang und manchmal auch direkt über den Strand. Am späten Vormittag klarte der Himmel auf, die Sonne kam heraus und wir sahen das türkisfarbene Meer hinter den goldenen Stränden – wie Bilder auf einer Postkarte.

Abel Tasman Anchorage Bay

Abends waren wir alle ziemlich erschöpft und ich musste eine (im doppelten Sinne) schmerzliche Erfahrung machen: eine achtstündige Wanderung kann ich ohne etwas Vorbereitung nicht mehr so ohne weiteres machen. Meine Knie fingen ab der Hälfte der Strecke ein wenig an zu schmerzen und später merkte ich auch die Leiste. Die letzte Stunde war dann schon fast eine Qual. Zum Glück gab es auf den letzten Kilometern nicht mehr so viel zu sehen. Dennoch hatte sich die Anstrengung gelohnt.

Höhlenwanderungen

Ein paar Tage später fuhr ich zusammen mit Thomas und Niklas (zwei Freunden von Neela) Richtung Cape Farewell. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir jedoch erst einmal zwei Höhlen: Das Harwoods Hole (mit 400m die tiefste der Südhalbkugel) und die Rawhiti Cave (mit dem größten Eingang der südlichen Hemisphäre). Das Harwoods Hole ist für die meisten Touristen keine besondere Attraktion, weil man es eigentlich gar nicht sieht. Ohne professionelle Kletterausrüstung zum Abseilen kommt man nicht nah genug heran um in den tiefen Schacht zu schauen, man kann ihn nur erahnen. Aber nicht etwa wegen Absperrungen, sondern weil die Höhle (bis auf ein paar Kletterhaken) komplett naturbellasen ist. Unser Puls ist um einiges gestiegen als wir uns dem Abgrund näherten und ein falscher Schritt oder ein Abrutscher uns hinein stürzen hätte können. Darin lag der eigentliche Reiz auf diesem Ausflug. Die Fotos können die Dimensionen leider nicht ansatzweise darstellen, trotzdem hier der Versuch.

Harwoods Hole

Die Rawhiti Cave beeindruckte uns auf eine ganz andere Art und Weise. Sie ist eine riesige Tropfsteinhöhle mitten in den Bergen. Bis auf zwei weitere Touristen, die wir auf dem Weg dorthin trafen, konnten wir die Höhle ganz allein erforschen.

Rawhiti Cave Eingang

Das Cape Farewell

Am nächsten Tag fuhren wir weiter zum Cape Farewell, wo wir an der Steilküste entlang wanderten und auf das offene blaue Meer schauten. Von dort aus gingen wir weiter zum Wharariki Strand an dem wir unerwartet etwas abenteuerliches erlebten. Die Landschaft war superschön und in den riesigen Felsen, die aus dem Meer ragten, befanden sich zahlreiche Höhlen und Gänge. Am spektakulärsten war ein Gang, der vom Strand durch den Fels ins Meer führte. Während uns die Brandung entgegen kam und die Flut langsam das Wasser steigen ließ, gingen wir durch ihn hindurch. Teilweise war es sogar so dunkel, dass man seinen Vordermann nicht mehr sehen konnte. Das war schon ein kleines Abenteuer. Dieses Video habe ich danach nochmal gemacht um einen kleinen Eindruck vermitteln zu können.

Cape Farewell

Mehr Bilder vom Abel Tasman Nationalpark, den Höhlen und Cape Farewell gibt es wie immer auf Facedbook.

PS: Die GPS-Routen wurden aktualisiert und ein Video vom Luminate konnte ich auch uploaden.

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