Noch Ende des Jahres 2012 hatte ich überlegt mal eine kleine Kreuzfahrt nach Norwegen zu machen. Meine Eltern sind ja geteilter Meinung zu dem Thema, ich berichtete. Nun kam es doch schneller als erwartet, im Rahmen einer Geschäftsreise habe ich nun eine dreitägige Kreuzfahrt von Kiel nach Oslo und zurück gemacht.

Anlass war die SEOcruise, eine Konferenz für Online Marketing, die zum ersten Mal stattgefunden hat. Neben der reinen Kreuzfahrt haben ich und 250 Gleichgesinnte auch für zwei Tage den Konferenzbereich des Schiffes in Beschlag genommen.

Color Line Magic Kiel - Oslo

Color Line Magic Kiel – Oslo

Als Highlight stand am zweiten Tag ein Landgang in die norwegischen Hauptstadt Oslo auf dem Programm. Ich berichte hier über alle drei Teile, unabhängig voneinander.

Navigiere dich durch das Recap

Auf Hoher See
SEOcruise Konferenz
Partys an Board
Landgang in Oslo

Auf Hoher See mit der Color Line Magic

Wir waren nicht die einzigen Gäste auf der Color Line Magic. Mit uns genossen rund 1000 weitere Passagiere die Überfahrt nach Oslo und etwa 800 die Fahrt zurück nach Kiel. Unter ihnen waren in gleichen Teilen Norweger & Deutsche und eher wenig Touristen aus anderen Ländern. Der Altersdurchschnitt war etwa 45 – 50 Jahre, wurde aber durch die anwesenden Konferenzteilnehmer gehörig gesenkt.

Manhattan Restaurant im Heck der Color Line

Manhattan Restaurant im Heck der Color Line

Das Schiff an sich bietet, wie ich es erwartet habe, ein tolles Ambiente: mehrere Restaurants und Bars, eine kleine Schwimmhalle, ein Casino, Diskotheken, eine Spielhalle und so weiter und so weiter. Sehr zu empfehlen ist die Manhattan Bar mit wundervollem Ausblick im Heck des Schiffes und „wundervollen“ Preisen. Das Essen war generell sehr gut, das Grand Buffet auf Deck 6 war überragend mit einer sehr großen Auswahl. Ich hätte mir gewünscht, dass ich mehr Hunger gehabt hätte.

Die Kabinen waren sehr gut ausgestattet und für zwei Nächte sehr komfortabel. Dusche, Fernseher und Minibar, dazu sehr sauber. Meinerseits blieben keine Wünsche offen.

Am Ende bleibt aber, dass ich irgendwie froh bin, dass es nur zwei Tage waren. Ich fühle mich doch irgendwie unwohl eingeengt auf einem Schiff zu sein und zu wissen, dass ich nicht einfach weg kann. Ich möchte euch aber gerne ein paar kleine Tipps mitgeben, aus den Erfahrungen die ich auf meiner ersten Mini-Kreuzfahrt gesammelt habe.

6 Kleine Tipps für eine Kreuzfahrt mit der Color Line Magic

  1. Anreise mit dem RIT-Ticket

    Günstiger geht es nicht. Ich empfehle die Anreise mit der Deutschen Bahn und dem RIT-Ticket (Rail Inklusive Tours). 69 € für die Fahrt von Berlin nach Kiel und zurück sind unschlagbar, ICE ohne Zugbindung inkl. und schneller kommt man auch nicht nach Kiel.

  2. Am besten unter der Woche buchen

    Wer unter der Woche bucht, zum Beispiel von Montag bis Mittwoch, findet kein überfülltest Schiff vor und kann sich freier bewegen. Kosten spart man noch dazu.

  3. Es muss nicht die 5-Sterne Kabine sein

    Ich hatte eine 3-Sterne Außenkabine und habe auch die 5-Sterne Suite gesehen und muss sagen der Ausblick ist der gleiche und man ist ja doch nur zum Schlafen da. Der Platz ist für zwei Nächte völlig ausreichend.

  4. Duty-Free kann sich lohnen mit Rabatten und Boardkarte

    Auf den ersten Blick lohnt der Duty Free Shop nicht, jedenfalls für deutsche Urlauber. Doch wer die zahlreichen „2 für 3“-Angebote mit den 20% Rabatt durch die Boardkarte kombiniert, kann doch gehörig sparen.

  5. Kaum Kontrollen in Kiel und Oslo

    Wem die Kosten an Board zu hoch sind, der kann ohne Probleme auch eigene Getränke und Nahrungsmittel mit an Board nehmen. Kontrollen gibt es keine.

  6. Zeit und Nerven sparen beim Landgang

    Wenn man von Board geht (immer 10 Uhr) muss man sich nicht um 9:45 Uhr anstellen. Einfach um 10:15 entspannt Richtung Ausgang und man erspart sich den Stau und die 30 Minuten Wartezeit.

Konferenzteil

Hauptgrund meiner Reise war natürlich die SEOcruise, eine neue Online Marketing Konferenz mit dem Slogan “Meer Marketing”. Eine einmalige Konferenz, da sie die erste auf einem Kreuzfahrtschiff ist. Warum macht man sowas? Zwei Sachen waren für mich interessant, es hat zum einen die gleiche Intention wie die SEO Campixx, nämlich sehr gutes Netzwerken. Dadurch das keiner den Veranstaltungsort verlassen kann, kommt man automatisch ins Gespräch.

Vortrag halten mit traumhaftem Blick

Vortrag halten mit traumhaftem Blick

Zum anderen, die wahnsinnig entspannte Atmosphäre und das Urlaubs-Feeling eines Kreuzfahrtschiffes. Ich habe selbst einen Vortrag gehalten und wenn man während des Vortrages durch das Fenster das weite Meer vorbeiziehen sieht, ist das schon ziemlich cool. Einfach unnachahmlich. Mit meinem Vortrag war ich ganz zufrieden – Ich werde ihn leider nicht veröffentlichen, aber das Format einfach mal SEO Erfolge und eigene Learnings aufzuzeigen, kam glaube ich ganz gut an. Die Idee mit der Einlaufmusik fande ich lustig, leider ist das in dem Außenraum etwas verpufft durch fehlende Technik. Zudem ist der klassische SEO wohl kein Jay-Z Fan. ;-)

Was generell die inhaltliche Qualität angeht, hatte ich im Vorfeld irgendwie Bedenken – Ich wurde eines Besseren belehrt. Hervorheben möchte ich die Vorträge von Pelle Böse, Astrid Jacobi (im neuen Jacobi&Jacobi-Gewand) und Björn Tantau. Die waren wirklich gut und ich konnte wirklich ToDos mitnehmen. Gerade Björn hat mir nach dem Vortrag Rede und Antwort zu meinen konkreten Problemen gestanden. Ich war bei Björn irgendwie lange skeptisch, aber inzwischen hat er mich echt überzeugt, ich kenne niemand anderen der sich besser mit Google+ auskennt als ihn. Ich kann nur raten, wendet euch an ihn, wenn es um Google+ Fragen geht.

IMG_2137 Am Ende des ersten Tages stand dann noch die SEOcruise-Ausgabe von “Wer wird SEOnär?” an. Gero und Flo mit gewohnt lustiger Moderation und mit der Unterstützung der Lichteffekte kam sogar richtiges Show-Feeling auf. Die Kandidaten waren aber irgendwie mau und meiner Meinung nach gab es, zu Recht, zum ersten Mal keinen SEOnär. Das dann, während der dritten Runde, schlagartig der Raum zum Essen verlassen wurde, fand ich irgendwie unhöflich, aber man musste wohl pünktlich beim Essen sein. Trotzdem hat die Show ihre Spuren hinterlassen (s. Bild links) und die Kritik des Schiffspersonal ist für mich nicht nachzuvollziehen. Ist halt eine SEO und kein Ärztekonferenz.

Wer noch mehr über die Inhalte der Konferenz erfahren möchte, schaut sich am besten im Recap von Felix Beilharz um.

Sonstiges Feedback zur Konferenz

Das WLAN hat erstaunlich gut funktioniert. Ich habe meinen kompletten Vortrag auf dem Schiff fertiggestellt und bin nie rausgeflogen. Nur etwas langsam war es, aber das ist egal und zu verschmerzen. Ist halt nen Dampfer.

Ich war mit der Konferenz anonsten sehr zufrieden, die Orga war für das erste Mal absolut in Ordnung und für mich sind einige Kritikpunkte nicht nachzuvollziehen. Verständlich ist die Kritik am ersten Mittagessen – ich habe zwar was abbekommen, aber danach doch in viele hungrige Augen geblickt.

Ich sage auf jeden Fall danke an Max und das ganze Team von ayudo. Ihr habt euch super geschlagen und es geht nicht immer alles glatt, lasst euch nicht entmutigen und denkt über eine Fortsetzung, vielleicht in zwei bis drei Jahren, nach.

Partyteil

Neben den Partys an Board, gab es auch eine Pre-SEOcruise Party. Auf der war ich aber leider nicht und kann dazu nichts berichten. Auf der Party nach dem ersten Konferenztag war ich dann aber mittendrin. Los ging es bereits in der Monkey Bar, eine Art Irish Pub mit Live-Musik auf Deck 7. Ich habe ein absolut geiles Spiel von Flo Stelzner gelernt, was ich auf jeden Fall mit nach Berlin nehme und hier spielen werde. Eine Art “Ich packe meinen Koffer” in Platt-Deutsch, mega witzig. Danke dafür an Flo und Nicole. Danach ging es ab aufs Deck 14 um im schiffseigenen Club Palazzo zu schlechter Musik zu feiern, war aber egal – etwas Alkohol hat nachgeholfen.
Um drei war ich im Bett – nicht nur ein sehr cooler, sondern auch der beste Abend.

Die Party am zweiten Tag fand ich nicht so geil. Auch wenn kräftig mit Freigetränken nachgeholfen wurde, war die Location (diesmal im Show-Bereich auf Deck 7) doch zu groß und alle etwas Party-müde. Die Musik war aber deutlich besser. Trotzdem war ich dieses Mal wesentlich früher und nüchtern im Bett.

Landgang in Oslo

Nach einer kurzen Nacht stand also der Landgang in Oslo an. Ich hatte kurz durch das Programmheft gestöbert um Erwartungen an Oslo zu wecken. Hängen geblieben ist Folgendes:

    • Oslo ist mit 600.000 Einwohnern eine der kleinsten Hauptstädte Europas
Fjorde bei der Einfahrt in den Osloer Hafen

Fjorde bei der Einfahrt in den Osloer Hafen

  • Durch Öl-Produktion Norwegens aber auch die reichste Hauptstadt Europas
  • Norwegen hat als einziges Land noch nie ein Länderspiel gegen Brasilien verloren

Was nicht erwähnt wurde, sind die unglaublichen, letzten Seemeilen auf der Einfahrt in den Osloer Hafen, durch die Fjorde entlang kleiner Inseln und der puren Idylle. Einfach traumhaft. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die SEOcruise für mich ein voller Erfolg.

Zusammen mit Eric von KaufDa machte ich mich dann auf in die Innenstadt von Oslo. Wir entschieden uns für den Fußweg und brauchten etwa 25 Minuten bis ins Zentrum. Dort angekommen erinnerte mich sehr viel an meinen letzten Urlaub in Kopenhagen.
Es gibt noch eine Königsfamilie mit entsprechendem Sitz, eigentlich sind alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen und es ist sehr teuer. Ich bin nicht traurig, dass es nur 3 Stunden in Oslo waren, mir reicht das als Eindruck – einen ausführlicheren Beitrag dazu vielleicht in einem separaten Artikel.

Einige Bilder von Oslo haben wir trotzdem gemacht

Mit diesen Eindrücken möchte ich mich verabschieden und sage noch mal Danke an das Team von Max und ayudo. Es hat mir insgesamt sehr gut gefallen und wenn es nicht wieder nach Oslo geht, bin ich auch beim nächsten Mal dabei, und wenn ich dafür Urlaub nehmen muss.